Wo liegt das Problem?

Danke, lieber Dave! Ich hatte auch schon einen Leserbrief angefangen, aber deutlicher und vor allem nachdrücklicher als du kann man es nicht sagen! Wo liegt das Problem? Ich frage es mich auch immer wieder. Jetzt ist die Situation die, dass wir alle im Prinzip das gleiche wollen – schon erwachen die Dauernörgler und ringen in den sozialen Medien um die Deutungshoheit. Lächerlich ist das. Ebenso wie der Zeitpunkt.

Nennt es wie ihr wollt – aber erzählt keinen Quatsch

Schöne Idee. Aber wie oft soll ich es denn noch sagen: Ein Nationalpark sperrt niemanden aus. Das Naturerleben ist wesentlicher Bestandteil, ein Fundament sozusagen der gesamten Schutzidee. Das Militär, das schließt aus. Wenn ich sehe, wie mit größter Akrebie wieder Erwälle aufgeschüttet werden, um auch garantiert jeden Spaziergänger zu schikanieren, dann ist das ein beredtes Zeugnis. Und auch dieser Mist von den 75 Prozent Prozessschutzfläche, das kriegen die Nationalparkgegner nicht mehr aus dem Kopf. 50 Prozent stehen im Gesetz. Also die Hälfte der Fläche. Und die Hälfte des militärischen Areals besteht aus Wald. Die andere aus Heide und die kann erhalten bleiben. Ist schon zig Mal so gesagt worden. Muss ich es eben leider nochmal sagen. Mal abgesehen davon, dass kein Sägewerk Holz aus einem Übungsgebiet haben will, weil Splitter in den Bäumen stecken könnten.

Jetzt rufen die Auguren wieder: Huuuuuhhh, die Briten bleiben, nicht viele, ein ganz paar nur, und DIE bespielen dann weiterhin den Truppenübungsplatz. Warum und für wen, dass weiß der Gilb. Aber ein Gerücht kann man ja schnell mal in die Welt setzen. Ich nenne das Fake-News – früher hieß das: Jemandem Sand in die Augen streuen.

Aber eine Art Bundes-Nationalpark? Klar, warum nicht. Es geht schließlich um den Schutz der Natur UND DAS NATURERLEBEN. Mir doch egal wie man es nennt.

Über dem Nationalpark Senne lacht die Sonne – über Hövelhof die ganze Welt

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Es gibt Veranstaltungen, da bedaure ich es nicht so sehr, nicht dabei gewesen zu sein. Eins davon war das Starkbierfest der Mittelstandsvereinigung in Hövelhof. Ich weiß infolgedessen nicht, wann der Bürgermeister dieser schönen Stadt am Rande der Senne seine Ansprache gehalten hat. Aber Starkbier ist tückisch. Sehr tückisch. Wie sehr, das stand heute in der Neuen Westfälischen und im Westfälischen Volksblatt zu lesen. Krachlederne Beschimpfungen (CSU-Generalsekretär Scheuer war auch da:  man möchte, dass er sich wie zuhause fühlt), saftige Rundumschläge gegen alle mögliche Gremien, wieder das Wort von der Umweltdiktatur und, klar, der ach so böse böse Umweltminister Johannes Remmel, neuerdings als „Big Boss“ bezeichnet.

Bravo!, kann ich da nur sagen.

Mit solchen Attacken holt man Wähler von der AfD zurück, erhält Gewerbegebiete, baut die Politikverdrossenheit ab und bewirbt sich quasi nebenbei für höhere Weihen innerhalb der Partei.

Das Schlimme ist, dass die Zeitungen so einen Mist drucken. Wer will die ganze Polemik rauf und runter denn lesen? Kann er ja gleich auf Facebook gucken, da wird 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr gepöbelt wie weiland in Hövelhof.

Ich kann da nur den Kopf schütteln. Der Nationalpark wird nach der Landtagswahl wieder zum Thema werden. Da brauchen die Gegner nicht wieder in Wutgeheul ausbrechen (spart euch lieber eure Kräfte, ihr werdet sie noch brauchen). Denn die Briten ziehen ab und dann lautet die Frage: was nun?

Aber das habe ich schon so oft erklärt. Manche wollen einfach nicht verstehen. Oder können es nicht. Nach einigen Halben mit Starkbier beispielsweise.

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Karsten Linnemann hat Recht. Was Bayern für das Bundesgebiet ist, ist Hövelhof für den Kreis. „Mir san mir“-Mentalität, markige Worte, Realitätsverlust.

Ich sags mal so: Über dem Nationalpark Senne lacht die Sonne – über Hövelhof die ganze Welt.

Die IHK hat Sorge? Das macht mir aber Sorge!

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Sorge bereitet mir vielmehr die IHK. Der Verein ist scheinbar zu komplex, als dass sie vernünftige Gedanken zum Naturschutz in einer Pressemitteilung würde formulieren können.

Ist ja auch scheißegal, liebe IHK. Ihr wart früher gegen die Unterschutzstellung von Teilen des Teutoburger Waldes, da müsst ihr auch jetzt gegen einen Nationalpark Senne sein. Ist völlig logisch. Früher oder später braucht man für die Industrie Flächen – und wo, wenn nicht gleich mitten in der Senne? Wen stört schon der FFH-Schutz und das damit einhergehende Verschlechterungsverbot? Ihr wollt die alten Schlachten einfach gerne nochmal schlagen, macht einen kleinen Seitenhieb in die Pressemitteilung – und weil die Materie rund um den Naturschutz ja doch so kompliziert ist (aus Sicht einer IHK wohlgemerkt, für die Naturschützer und Nationalparkfreunde ist es herrlich heinfach) bügelt ihr die Sache mit einem Nebensatz ab.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass es einige Veteranen besonders im lippischen Raum gibt, denen war die Auseinandersetzung um den Nationalpark Teuto ein so tolles Gemeinschaftsgefühl, dass sie das einfach nochmal erleben wollen. Auslöser für dieses warme Gefühl in der Brust ist scheinbar das böse N-Wort. Danach schnappen sie wie der Hund nach der Wurst.

Selbst wenn es für die eigene Seriösität völlig abträglich ist.